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FOR SCALABLE DATA SERVICES
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Big Data in Business 2017

Auch dieses Jahr lud der Leipziger Standort des Big Data Kompetenzzentrums ScaDS Dresden/Leipzig wieder zu einem Workshop zum Thema „Big Data in Business“ ein (http://scads.de/bidib2017). Am 15. und 16.06.2017 wurde im Felix-Klein-Hörsaal der Universität Leipzig ein breit gefächertes Programm geboten, das den über 50 Teilnehmern aus Wirtschaft und Forschung Einblicke über neue Erkenntnisse und Herausforderungen im Umgang mit sehr großen Datenmengen gab und einen regen Austausch ermöglichte.
Wie bereits im Jahr 2015 gab es wieder spannende und aktuelle Vorträge und Diskussionen zu den einzelnen Themen, die die übergeordnete Thematik Big Data mit sich bringt. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal ganz herzlich bei allen Referenten und Teilnehmern für ihre Beteiligung an einer gelungenen Veranstaltung bedanken.

Referenten bekannter Unternehmen (u.a. BMW Group, Immowelt AG, Huawei Technology), sowie lokale Startups, berichteten von Problemstellungen aus der Praxis und ihren Lösungen. Gleichzeitig wurde das bewährte Begleitprogramm aus dem Jahr 2015 weitergeführt, indem Wissenschaftler der Universität Leipzig Forschungsprojekte und -prototypen (z.B. Gradoop und Exploids) des Big-Data-Kompetenzzentrums vorstellten.

Mit der freundlichen Begrüßung und dem Vorstellen des Big-Data-Kompetenzzentrums ScaDS durch den Workshop-Leiter Prof. Dr. Rahm, wurde die BiDiB 2017 eröffnet.
Als erster Redner übernahm Herr Dr. Benny Kneissl der BMW Group aus München das Wort. Er präsentierte verschiedene Anwendungsgebiete von künstlichen Intelligenzen im Automobilbereich und verdeutlichte den Einsatz von Big Data Technologien mit Fallbeispielen. So wird bereits daran gearbeitet, Fehler in Motoren durch Soundanalysen aufzuspüren. Ebenso kann der Gesundheitszustand von Robotern jetzt früher festgestellt werden.
Dr. Hanna Köpcke von Web Data Solutions aus Leipzig führte die Teilnehmer in die Welt des „Daten sammeln“ aus dem Internet ein. Sie beschrieb die Probleme für das Matching von Produktdaten, bei dem ein HDD eben das gleiche wie ein Harddrive ist oder ein Rundhalsausschnitt bei einem T-Shirt zugleich auch ein U-Bootausschnitt ist.
Im Anschluss referierte Dr. Raunich von der Leipziger Data Virtuality Inc. über schnelles und effizientes integrieren von Daten (Datenintegration) und verschiedene Analysetools, die diese Funktion bereitstellen.
In der darauffolgenden Mittagspause ergaben sich die ersten fachlichen Gespräche, die auch die Poster und Dokumentationen des ScaDS-Zentrums bereits mit einbezogen.


Danach verdeutlichte Axel Schwanke von der Immowelt AG aus Nürnberg das Vorgehen der Firma, um Betrugsfälle aufzudecken und neue Ideen diesbezüglich auch immer im Hinblick auf ihre Daten umzusetzen. „BigData ist bei uns kein Selbstwert“, erklärte Axel Schwanke und war sich in dieser Hinsicht mit seinem Folgeredner einig.
Auch Dr. Stephan Ewen von Data Artisans aus Berlin erklärte: „BigData lebt nicht mehr nur für sich“ und gab eine kurze Einführung über die Evolution von „Batch-Prozessen“ über „Streaming-Prozesse“ hin zu „stateful event-driven Applications“.
Prof. Dr. Jorge Cardoso von Huawei Technology berichtete über Cloudoperationen mit „OpenStack“ und „open Telekom Cloud“, sowie die Überwachung von Clusterlandschaften in der Cloud.
Anschließend verdeutlichte Jens Kamionka von T-Systems Multimedia Solutions den Teilnehmern, wo Künstliche Intelligenzen in verschiedenen Firmen bereits genutzt (zum Beispiel bei der Erkennung von Betrügern im Casino) und welche Möglichkeiten sich darüber hinaus in den nächsten Jahren ergeben werden.

Jens Kamionka


Der letzte Vortrag am Donnerstag wurde von Dr. Tobias Kötter von Knime gehalten. Dieser beschäftigte sich mit dem Mining von unterschiedlichen Datentypen mittels Spark. Anhand einer kleinen Live-Demonstration wurden hier Text- und Bilddaten zusammengetragen.
Abends saßen dann viele Teilnehmer bei zünftiger Kost im Bayrischem Bahnhof gemütlich beisammen und es gab weiterführende Diskussionen und zukünftige Kooperationsmöglichkeiten wurden besprochen.

Am Morgen des zweiten Tages der BiDiB 2017 beschrieb Joshua Bacher von Otto (GmbH & CoKG), wie anhand von gespeicherten Daten, Vorschläge für bessere Suchergebnisse geliefert werden können.
Dr. Sebastian Schelter von der Technischen Universität Berlin stellte im Anschluss den Teilnehmern Samsara vor, ein System, dass für Mathematiker und Physiker konstruiert wurde, in dem sie ihre wissenschaftlichen Problemstellungen abstrahieren können.
Nach einer kurzen Pause brachte dann Markus Zappolino von Dell EMC die Sprache auf einen neuen Forschungszweig: Infonomics. Er führte Beispiele für die Berechnung des Werts von Daten an.
Über die Herausforderungen bei der Vorbereitung von BigData Projekten sprach Dr. Steffen Preißler von der SQL-Projekt-AG, bevor es wieder in die Mittagspause ging, welche mit angeregten Diskussionen gefüllt war.
Geschlossen wurde die Vortragsreihe der BiDiB 2017 durch Juan De Dios Santos von der lovoo GmbH, der über das Erkennen von echten Usern und Fakeaccounts in Onlineportalen berichtete.

          

Dr. Steffen Preißler und Dr. Eric Peukert                                                           Abschlussdiskussionen mit Postersession

 

Nach dem Workshop-Programm blieb den Teilnehmern noch einmal Zeit, sich die Forschungsergebnisse, -prototypen und Projekte der Wissenschaftler des ScaDS-Zentrums und der zugehörigen Lehrstühlen anzusehen und erläutern zu lassen, um dann in entspannter Atmosphäre intensiv über die Inhalte der Vorträge und Poster zu diskutieren.

Auch in diesem Jahr erhielten wir sehr viel positive Resonanz von Referenten und Teilnehmern, wobei sich fast alle eine jährliche Wiederholung der BiDiB wünschten. Im Zuge der Planung für das kommende Jahr, arbeiten wir daran, dieses Format zu einem festen Bestandteil der Veranstaltungen des Big-Data-Kompetenzzentrums zu machen.

Das Big-Data-Kompetenzzentrum ScaDS (Competence Center for Scalabale Data Services and Solutions) Dresden/Leipzig, wird seit Oktober 2014 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Es adressiert unterschiedliche Forschungsschwerpunkte, u.a. zur Integration heterogener Daten, Wissensextraktion und visuellen Datenanalyse. Neben verschiedenen wissenschaftlichen Anwendungsbereichen (u.a. Lebenswissenschaften und Digital Humanities) werden auch die Herausforderungen in der Wirtschaft adressiert. Ein Servicezentrum hilft, die Arbeiten zu koordinieren. Es steht für Anwender und Interessenten verschiedener Fachdisziplinen und Branchen als zentrale Anlaufstelle zur Nutzung von Big-Data-Technologien zur Verfügung.